Grevenbroicher Gespräche zum richtigen Verhalten im Notfall


Unmittelbar nach der Bundestagswahl hatten die Grevenbroicher Freien Demokraten rund um ihren Vorsitzenden Markus Schumacher zur nächsten Ausgabe ihres Dialogformats „Grevenbroicher Gespräche“ ins Haus Portz in die Stadtmitte eingeladen. Als Referenten konnten die Freien Demokraten Dirk Skalla, Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Grevenbroich e.V., gewinnen. Er hielt zu Beginn des Abends einen Impulsvortrag zum Thema: „Notfall! Wie rette ich mich richtig?!“. „Es ist vollkommen richtig, wenn Menschen in einer Notsituation die 112 anrufen. Die Zahl der Anrufe werden jedoch immer mehr und viele Einsatzfahrten könnten verhindert werden, wenn alle Menschen wüssten, welche Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, führte Skalla in den Vortrag ein. „Seitdem das Grevenbroicher Krankenhaus abends ab 20 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr nicht mehr zur Notaufnahme angefahren werden darf durch den Rettungsdienst, haben wir festgestellt, dass unsere Rettungswagen viel länger auf den Straßen unterwegs sind aufgrund des verlängerten Rückweges aus Neuss und daher nicht sofort abfahrbereit an Ort und Stelle sind. Wir sind im engen Austausch mit dem Rhein-Kreis Neuss, um die Notfallversorgung auch zukünftig weiterhin verlässlich sicherstellen zu können.“, so Dirk Skalla.
Unabhängig von dieser Situation muss nicht immer sofort der Rettungsdienst gerufen werden. Bei Unwohlsein und in nicht akuten Notfallsituationen hilft oft auch ein Blick ins Internet. Über die Webseite www.116117.de kann eine digitale Ersteinschätzung der Situation vorgenommen werden. Damit kann man überprüfen, welche Hilfsstelle jetzt die geeignetste ist. Ab dem 1. März 2025 kann man darüber auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr einen Arzt im Videocall sprechen. „Diese digitalen Angebote entlasten den Rettungsdienst und vielen Menschen kann damit schon geholfen werden“, meint Skalla.
Der Mediziner und FDP-Ratsherr Dr. Peter Cremerius sieht die Ursache für die zunehmende Belastungssituation der Rettungsdienste auch dadurch begründet, dass der Behandlungsstau durch immer weniger Hausärzte und Fachärzten größer wird.
Einig waren sich alle, dass durch sachgerechte Ersteinschätzung viele Situationen auch ohne den Rettungsdienst gelöst werden können. „Umso mehr Menschen die Webseite kennen und künftig auch die Videosprechstunde nutzen, desto mehr Zeit hat der Rettungsdienst für echte lebensbedrohliche Notfallsituationen, die immer höchste Priorität haben müssen“, fasste Markus Schumacher den Abend zusammen.